Material zu Kapitel 2

Kapitel 2 Jugendliche im Spannungsfeld von Produktion und Konsum

Jugendliche sind im heutigen und zukünftigen Wirtschaftsgeschehen eine wichtige Zielgruppe. Sowohl Produzenten als auch die Kreditinstitute werben verstärkt um die Gunst der jugendlichen Verbraucher, da die Kaufkraft dieser Altersgruppe sowie ihr Einfluss auf das Kaufverhalten der Eltern stetig zugenommen haben. Immer mehr Jugendliche jobben neben der Schule, um ihre wachsenden Konsumwünsche finanzieren zu können. Um sich als Konsumenten behaupten zu können, brauchen die SuS das notwendige Orientierungswissen, das sie in die Lage versetzt, den Wirtschaftsprozess zu verstehen und ihre Bedürfnisse kritisch zu reflektieren sowie aus dem großen Angebot von Produkten und Dienstleistungen eine begründete kritische Auswahl treffen zu können. Zentraler Aspekt ist dabei nicht das Abwerten sondern das Bewusstmachen von Konsumwünschen und den damit möglicherweise verbundenen Bedürfnissen nach Anerkennung, Erfolg, Glück, Liebe etc. sowie die Förderung eines kritischen, am verfügbaren Einkommen orientierten Kaufverhaltens. Deshalb werden auch beim Aufzeigen von Lernwegen viele Informationstipps zur Recherche von Konsumverhalten gegeben, denn immer wieder zeigen Untersuchungen, dass das Modell des "homo oeconomicus" nur begrenzt das Kaufverhalten erklären kann.

Im Annäherungsteil des Kapitels werden den SuS eine Vielzahl von erfahrungs- und handlungsorientierten Möglichkeiten zum Einstieg in den Themenbereich angeboten (Fragebogen: Jobben für den Konsum? / Erkundung von Konsumentenmeinungen und bei Kreditinstituten / Internetrecherche etc.).

Der Baustein 1 des Grundlagenteils stellt den SuS das notwendige volkswirtschaftliche Basiswissen zum Verständnis der Bereiche "Bedürfnisse", "Markt", "Konsum", "Produktion" und "Geld" zur Verfügung. Darüber hinaus beinhaltet er die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Leitprinzipien wirtschaftlichen Handelns sowie Fragen der ökonomischen Modellbildung. So kann mit dem "Ultimatumspiel" ökonomisches Entscheidungsverhalten praktisch erprobt werden. Abgerundet wird dieser Baustein durch einen Fitness-Test "Wirtschaft" zur Lernevaluation. Die Aufgabenstellungen beschränken sich nicht nur auf die Reproduktion von "Merkwissen", sondern erfordern "Anwendungswissen" und problemlösendes Denken zur Förderung der Urteilskompetenz. Die Lösungen zu den Aufgaben finden Sie unter: www.dialog-sowi.de/FitnessTest.pdf.

Baustein 2 wendet sich speziell an den jugendlichen Verbraucher und untersucht exemplarisch den Aspekt der Konsumentensouveränität am Beispiel der Jugendkonten. Vertiefung, Kontroverse und Aktion nehmen den Gedanken der Konsumentensouveränität und des Verbraucherverhaltens verstärkt auf und bieten Hilfen und Diskussionsmaterial sowie konkrete Aktionsmöglichkeiten (Konsumentenentscheidungsspiel, Aktion "Jugend testet - Produkttest der Stiftung Warentest etc.) zur handlungsorientierten Verbraucherbildung. Die Relevanz dieses thematischen Schwerpunktes gewinnt angesichts der zunehmenden Verschuldung von Jugendlichen und der verstärkten Forderung der Verbraucherverbände nach mehr Verbraucherschutz und Aufklärung besonderes Gewicht. In diesem Kontext bietet es sich besonders an, sich mit Hilfe der Informationen des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft sowie der Verbraucherzentralen auf dem neuesten Stand zu halten. Im Internet präsentiert unter: www.bml.de und www.vz-nrw.de .

Literaturtipps zu den ökonomischen Denkweisen: Hedtke, Reinhold, Ökonomischen Denkweisen Eine Einführung, Schwalbach/Ts 2008, Hedtke, Reinhold, Ökonomischen Denkweisen, Zwischen individueller Kosten-Nutzen-Rechnung und nachhaltigem Konsum, in: Praxis Politik, Oktober 5/2009, Braunschweig 2009, (www.praxispolitik.de)